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Grundsätzlich würden wir immer empfehlen: Gehen Sie an die Presse. Konkret: Suchen Sie sich ein geeignetes Medium aus, wie wir das unter "Verhaltensregeln" beschrieben haben. Die Gründe, warum dies der für Sie sicherste Weg ist, haben wir unter "Ja oder Nein?" dargelegt. Unabhängig davon: Es ist der Job von Medien, kritisch zu begleiten, was passiert. Dazu gehört auch: Wichtige Informationen von Informanten bzw. Whistleblowern zu verarbeiten und an die Öffentlichkeit zu bringen. Dies erzeugt zudem öffentlichen Druck, der häufig sehr viel schneller und nachhaltigere Ergebnisse nach sich zieht, als wenn ein Einzelner versucht, innerhalb seines eigenen (Arbeits-)Systems auf Veränderungen zu dringen. Die Arbeit der Medien ist allgemein anerkannt, selbst wenn sie - für viele - unerwünschte Nachrichten und Berichte bringen.
Trotzdem kann es manchmal sinnvoll sein, alternativ oder auch ergänzend oder sogar vor Einschalten eines Mediums einen anderen oder weiteren Ansprechpartner zu kontaktieren, beispielsweise um sich zu beraten. Dies ist hier zu Lande indes nicht so einfach, weil es einfach keine dafür wirklich ‚zuständigen' Ansprechpartner gibt, die auch die Zeit, das juristische Know-how und die Kapazitäten hätten, sich sehr ausführlich mit solchen Anliegen zu befassen (vgl. "Andere Länder"). Trotzdem wollen wir hier einige (wenige) Vorschläge machen, die wir mit den hier vorgestellten Ansprechpartnern abgesprochen haben.
Zunächst aber noch einige konkrete Hinweise zu den
Printmedien, also Zeitungen oder Zeitschriften, müssen immer in ihrem "Impressum" folgende Informationen ausweisen:
Meist finden Sie in einem Impressum sogar mehr, beispielsweise die Namen der Redaktions- oder Ressortleiter, deren Telefonnummern oder E-mail-Anschriften bzw. wie man überhaupt in Kontakt mit einem Medienunternehmen treten kann. Einen Hinweis auf das "Impressum" finden Sie in der Regel bereits im Inhaltsverzeichnis einer Zeitschrift, bei einer Tageszeitung müssen Sie einfach mal blättern.
An einem größeren Kiosk oder im Zeitschriftenladen im Bahnhof bekommen Sie ganz schnell einen Überblick beispielsweise darüber, welche Tageszeitungen an Ihrem Wohn- oder Arbeitsort gelesen werden können. Damit haben Sie erste Hinweise, wen Sie potenziell ansprechen könnten. Gleiches gilt für die großen und überregionalen Tageszeitungen oder die wichtigen Zeitschriftenmagazine wie SPIEGEL, Focus, stern usw. Praktisch jedes Medium ist heutzutage via Internet zu erreichen, wo Sie auch die Postadresse bzw. die Telefonnummern finden (dort meist ebenfalls im "Impressum"). Eine direkte Hotline gibt es aber bei keinem der genannten Magazine. Man muss sich im Zweifel telefonisch über die Zentrale durchfragen und sollte auch nicht so leicht aufgeben, bis man an einen Redakteur gelangt, der zuzuhören imstande ist. Er muss dann sagen, ob Interesse besteht und wie es konkret weitergehen könnte.
Denken Sie auch daran, dass alle großen Magazine (Korrespondenten-)Büros oder Außenstellen in größeren Städten unterhalten. Auch die finden Sie im "Impressum", meist mit Anschriften und Namen der dort arbeitenden Redakteure.
Beim Fernsehen gibt es natürlich kein gedrucktes Impressum. Da müssen Sie sich
entweder telefonisch ebenfalls über die Zentrale eines Senders bis zur gewünschten
Redaktion durchfragen, oder Sie versuchen es, über das Internet, eine Redaktion
oder einen Ansprechpartner auszumachen. Bei den Printmedien sind die Online-Auftritte
in der Regel eigenständige Angebote bzw. Medienformate, die nur eingeschränkt
mit der Printredaktion zusammenarbeiten. Anders beim Fernsehen, wo dieselben
Redaktionen sowohl die Fernsehsendung als auch den Internetauftritt inhaltlich
betreuen.
Auch die Fernsehanstalten, egal ob öffentlich-rechtlich oder privat, erreichen
Sie im Internet meist unter dem jeweiligen ‚Firmennamen' mit der Zusatzkennung
".de" für Deutschland. Relevante Fernsehsendungen bzw. Formate haben oft sogar
eine eigene Website, also beispielsweise www.panorama.de
(NDR), www.monitor.de
(WDR), www.kontraste.de
(RBB), www.report.de
(BR), www.mdr.de/fakt
(MDR) oder www.frontal21.de
(ZDF), www.stern-tv.de
usw.
Egal, ob Fernsehen oder Printmedium: Sie sollten nie vergessen, dass die "Chefs" zwar immer "Chef" sind, dass sie aber deswegen auch oft ganz andere Aufgaben haben als jene, die die eigentliche journalistische Arbeit machen - Chefreakteure haben Repräsentationsverpflichtungen, müssen Gespräche mit den ‚Großkopferten' führen oder Kontakte mit Politikern usw.pflegen. Bezogen auf die Medien heißt dies: Ihre unmittelbaren Ansprech- und späteren Gesprächspartner sind vor allem die Reporter und Journalisten. Die sind auch, z.B. telefonisch, am ehesten erreichbar. Um einen Chefredakteur zu erreichen, benötigen Sie (viel) Zeit. Außerdem lässt er sich von seiner (Chef-)Sekretärin vor unerbetenen Telefonanrufen ‚beschützen'. Wenn Sie also mit Ihren Informationen ‚ganz oben' einsteigen wollen, weil Ihre Geschichte von äußerster Brisanz ist, dann denken Sie daran, dass es auch einen stellvertretenden Chefredakteur gibt. Der hat - in aller Regel - fast genauso viel Zeit wie die Redakteure und Journalisten; in jedem Fall verbringt er sehr viel mehr Zeit in der Redaktion als der Chefredakteur und ist meist an den Geschichten und dem, was gerade läuft, sehr viel näher dran. Wenn also "Chef", dann am besten der "Stellvertretende".
Neben dem Chef und seinen Stellvertretern gibt es auch einen "Chef vom Dienst",
abgekürzt "CvD" (Ce-vau-De). Das ist jener, der die aktuelle Produktion überwacht.
Manchmal ist er auch an der Planung beteiligt, also was rein ins Blatt oder
oder auf den Schirm soll oder nicht. Letzteres ist aber schon eher die Ausnahme.
Für journalistische Probleme und sensible Informationen ist er jedenfalls eher
nicht zuständig, und deshalb sollten Sie, wenn Sie mit ihm am Telefon verbunden
werden, gleich signalisieren, worum es Ihnen geht: einen Ansprechpartner zu
bekommen, der für Ihre Informationen Zeit und Ruhe hat, um eben diese zu prüfen.
Wir hatten schon unter "Verhaltensregeln" darauf hingewiesen: Denken Sie auch an die Nachrichtenagenturen, die sehr wirksame Multiplikatoren für alle anderen Medien sind.
Hier die großen und bekannten Namen, über deren Hompage man an Adressen, Telefonnummern oder Ansprechpartner gelangt: www.dpa.de (Deutsche Presseagentur); www.reuters.de; www.ddp.de (ddpADN - Allg. Deutscher Nachrichtendienst); www.afp.com; www.ap.org (Associated Press); www.vwd.de (Vereinigte Wirtschaftsdienste = Wirtschaftsnachrichten-Agentur); www.epd.de (Ev. Presseagentur); www.kna.de (kath. Nachrichtenagentur) u.a.m..
In der Gewerkschaft ver.di ist auch die frühere Berufsgruppe dju (Deutsche
Journalistinnen- und Journalisten-Union) aufgegangen, die dort noch immer noch
als eigene Sektion weitergeführt wird. Da Mediengewerkschaften meist auch in
ihren ureigenen Themenfeldern sehr engagiert sind (und nicht nur Lohnpolitik
betreiben), bedeutet dies, dass dort auch journalistisches Know-how darüber
verfügbar ist, wie man als Whistleblower im Einzelfall mit wichtigen Informationen
weiterkommt, wenn man kein (geeignetes) Medium findet. Oder wenn man andere
Dinge wissen möchte, die mit Whistleblowing zusammenhängen.
Sie können die dju in der ver.di, die auch eine eigene Website unterhält (www.dju.verdi.de),
via e-mail erreichen: dju@verdi.de. Alle Anfragen
etc. werden beantwortet.
Bei Problemen, Missständen oder potenziellen Gefahren aus den Bereichen Umwelt (Müll, Verschmutzung usw.), Atomenergie oder dem Bereich Ernährung (z.B. gentechnisch versetzte Lebensmittel, Lebensmittelindustrie, BSE etc.) sollten Sie nicht vergessen, dass es seit 1971 eine Institution namens Greenpeace gibt, die sich durch vielerlei Aktivitäten hervortut. Greenpeace ist längst eine auch international anerkannte und schlagkräftige Organisation, die ihre Lobbyarbeit im Dienste der Umwelt und der Lebensqualität der Menschen auf vielen Hinweisen, Tipps und Informationen aufbaut, die ihr von ebenso vielen unterschiedlichen Seiten zugetragen werden. Deswegen sind dort auch ‚kleine' Hinweise und Tipps willkommen, die sich mit anderen ‚kleineren' Informationen zu größeren Zusammenhängen und Erkenntnissen verdichten lassen. Greenpeace unterhält u.a. auch eine eigene Recherche-Abteilung, die Hinweisen oder Informationen nachgeht. Greenpeace Deutschland sitzt in Hamburg (Tel: 040 - 306 18 - 0) und lässt sich im Internet unter www.greenpeace.de E-mail: mail@greenpeace.de mail@greenpeace.de
Für Informationen und Themen, die mit Wirtschaftskriminalität oder Korruption zusammenhängen, interessieren sich im deutschen Sprachraum grundsätzlich zwei Institutionen, die beide unabhängig voneinander agieren:
(www.transparency.org)
ist eine Organisation, die sich mit dem Problem Korruption weltweit auseinandersetzt,
indem sie Informationen über die Folgewirkungen von Bestechungspraktiken veröffentlicht
und Veränderungen anzuschieben versucht, beispielsweise über den Gesetzgeber.
Der professionell geführte Verein beschäftigt sich aus prinzipiellen Erwägungen
nicht mit Einzelfällen, um nicht in die Falle von möglichen Schuldzuweisungen
bzw. Kritik zu geraten. Vielmehr will man wirkungsvolle Koalitionen schmieden
- zwischen Verbündeten gegen Korruption. TI fungiert daher nicht als Beratungsstelle
für Einzelfälle.
Allerdings sollten Sie deren Website besuchen - Sie finden dort aktuelle und
meistens auch irgendwie doch hilfreiche Informationen.
Transparency International e.V. sitzt in Berlin und ist zugleich die Dachorganisation
für über 90 Transparency-Sektionen auf allen Kontinenten. Die deutsche Sektion
sitzt ebenfalls in Berlin und ist unter www.transparency.de.
Im Gegensatz zur deutschen Sektion unterhält Transparency Schweiz eine
Hotline, die immer morgens zwischen 9 und 12 Uhr besetzt ist; aus Deutschland
erreichbar unter 0041 - 31 - 382 50 45
Business Crime Control e.V. (BCC)
Dieser Verein macht ähnliches wie Transparency International, beschäftigt sich
aber genau auch mit Einzelfällen und dokumentiert solche Vorgänge. Sie erreichen
BCC aus Maintal bei Frankfurt/M. über die Website www.wirtschaftsverbrechen.de.
Der Verein verfügt nur über eine kleine Infrastruktur. Dafür wird man sich dort
aber für Ihre Anliegen umso mehr Zeit nehmen.
BCC vergibt jedes Jahr eine Auszeichnung ("BCC-Preis") für mutige und couragierte
Menschen, u.a. auch für Whistleblowing. Ein solches Beispiel können Sie über
diesen Link nachlesen: Es geht um einen der größten Wirtschaftsskandale in Deutschland,
die Balsam-Affäre (Sportbodenhersteller) aus den 90er Jahren. Business Crime
Control war einer der ersten, die entsprechende Hinweise durch einen Informanten
erfahren hatten. DER SPIEGEL, an den diese Informationen dann weitergingen,
war auf diese Geschichte nicht eingestiegen. Letztlich war es ein Kriminalhauptkommissar,
der diesen Skandal weiter verfolgt und ausrecherchiert hatte - und zwar "eigenmächtig",
d.h. gegen den Willen des zuständigen Oberstaatsanwalts. Als dann doch noch
ein Medium, das ZDF mit seiner Sendung "Frontal", diesen Skandal aufgriff (Bilanz-
und Kreditbetrug in Milliardenhöhe), mussten die Staatsanwälte dann doch noch
tätig werden...
Ohne die unbeirrbaren Aktivitäten des Kriminalpolizisten wäre dieser Skandal
völlig versandet. Über diesen Link kier können Sie eine kurze Fassung dazu lesen
- der Link ‚entführt' Sie auf die Website, die eine inhaltliche Ergänzung eines
Lehrbuchs für investigativ arbeitende Journalisten darstellt: mehr...>>>
Dies gibt es seit Anfang November 2003 im Bundesland Niedersachsen: ein anonym zugängliches Internetportal, das vom Landeskriminalamt und der Fa. Business Keeper AG (s.o.) gemeinsam entwickelt wurde. Dort kann man - ohne elektronische Spuren zu hinterlassen - Informationen hinterlassen oder Hinweise geben. Und es ist sogar möglich - ebenso anonym - Antwort bzw. Feedback zu bekommen. Diese neue Seite erreichen Sie entweder über die Website des niedersächsischen Innenministeriums in Hannover, die auch eine telefonische Hotline haben ("Ansprechstelle Korruptionsbekämpfung": 0511 - 120 - 63 58): www.korruptionsbekaempfung.niedersachsen.de/home/ . Oder Sie gehen gleich auf die Website des Landeskriminalamtes dort: www.business-keeper.com/bkweb/report/clientInfo?cid=1426&language=ger Diese Einrichtung ist zwar ersteinmal für das niedersächsische Bundesland vorgesehen, Sie können sich aber dennoch dorthin wenden, auch wenn Sie aus einem anderen Teil Deutschlands stammen.
Wie zu Anfang ("Home") bereits betont, sind Staatsanwälte für strafrechtlich relevante Belange, sprich Straftaten, zuständig. Nicht alles, was nicht ‚rund läuft' oder aus anderen Gründen ‚anstößig' ist wie etwa Geldverschwendung bei Behörden, verkörpert einen Straftatbestand. Aus diesem Grund ist eben auch nicht alles für Staatsanwaltschaften von Interesse. Sie müssen sich an den klar definierten Katalog von Straftaten halten, wie er im Strafgesetzbuch (StGB) in vielerlei Paragraphen festgehalten ist.
Egal wie: Wer sich an Staatsanwälte wenden will, um auf irgendwelche Missstände oder drohende Gefahren aufmerksam zu machen, kann das grundsätzlich tun, steht aber gegebenenfalls auch wieder im persönlichen Konflikt, dass er - zunächst - gegen arbeitsrechtliche Bestimmungen verstoßen kann (z.B. wenn jemand verbeamtet und deswegen gehalten ist, den Dienstweg einzuhalten).
Selbstverständlich gehen Staatsanwälte auch anonymen Hinweisen oder Anzeigen nach. Nur: Staatsanwälte sind chronisch mit Arbeit überlastet und außerdem gehalten, nur begründeten Verdachtsmomenten nachzugehen. Das bedeutet: Wer Staatsanwälten anonym irgendwelche Informationen oder gezielte Hinweise geben möchte, sollte dies so detailliert und so präzise wie möglich tun. Außerdem sollte klar erkennbar sein, wie der Zusammenhang aussieht, innerhalb dessen die möglichst gezielten Informationen vermittelt werden. Nur wenn solche anonymen Tipps Hand und Fuß zu haben scheinen, können Staatsanwälte agieren. Deswegen wäre es immer besser - ähnlich wie wenn man Medien nur anonym gegenüber treten möchte - irgendwann mal telefonisch anzurufen, um zu erfahren, ob die gelieferten Informationen ‚ausreichend' waren. Vorbehalte oder Sorgen, dass Staatsanwälte irgendwelche Fangschaltungen oder ähnliches für solche Zwecke vorbereiten könnten, sind unbegründet - wer Staatsanwaltschaften von innen kennt, weiß, mit welch simpler Kommunikationstechnik staatliche Ermittler arbeiten und zurecht kommen müssen.
Will man - aus welchen Gründen auch immer - 'persönlich' Anzeige erstatten und/oder Informationen übergeben, so kann es angeraten sein, dies nicht selbst zu tun, sondern eine Rechtsanwalt vorzuschicken, der sich auf das Anwalts-/Mandantengeheimnis berufen kann und deshalb nicht seinen Mandanten, sprich Auftraggeber benennen muss. Von Vorteil kann dies aus zweierlei Gründen sein:
Rechtsanwälte wissen am ehesten, wie man diese rechtliche Zwickmühle lösen kann - meistens, indem man sich erst garnicht hineinbegibt und statt dessen den Anwalt vorsprechen lässt.
In solchen Fällen gibt es mehrere Möglichkeiten:
Zunächst können Sie in Deutschland die offiziellen Datenschutzbeauftragten in den jeweiligen Bundesländern kontaktieren. Diese haben eine bevorzugte Stellung, auch in der Behördenhierarchie, und dürfen in den meisten Fällen auch unter Umgehung des 'offiziellen Dienstweges' angesprochen werden. In jenen Bundesländern, in denen es - zusätzlich zum bundesweit geltenden Informationsfreiheitsgesetz seit 2006 - länderspezifische Informationsfreiheitsgesetze gibt, sind sie auch für das Recht auf Akteneinsicht zuständig. Die Adressen lassen sich über die gemeinsame homepage aller Datenschutzbeauftragten finden: www.datenschutz.de.
Die andere Möglichkeit: Sie wenden sich an die seit 1987 bestehende und
als gemeinnützig anerkannte Nicht-Regierungsorganisation (NGO) FoeBuD,
die sich in diesen Bereichen sehr engagiert. Die Gründer, Initiatoren und
Aktivisten sind ganz normale, aber engagierte Bürger, die von Wissenschaftlern,
Journalisten und auch einzelnen Politikern und anderen NGO's (z.B. Internationale
Liga für Menschenrechte) unterstützt werden. Das Ziel: Privater Datenschutz
auf der einen Seite, auf der anderen soll das Web ein großer sozialer
Raum mit vielen Informationsfreiheiten sein.
Entsprechend fallen die Aktivitäten aus: Das erste Handbuch zum Verschlüsselungsprogramm
von emails beispielsweise wurde von FoeBuD-Leuten erstellt. Während des
Balkankrieges in den 90er Jahren wurden so genannte MailBox-Bürgernetze
organisiert, die teilweise die einzige Möglichkeit für die betroffenen
Menschen und die Hilfsorganisationen waren, um zu Kommunizieren. Seit 2000 verleiht
FoeBuD den BigBrotherAward - eine Negativauszeichnung, die inzwischen
viel öffentliche Resonanz erfährt.
Die Arbeit dieser NGO, die auch das Thema RFID-Chips in die Öffentlichkeit
gebracht hatte, ist auch ein Ergebnis von vielen Informationen, die von Whistleblowern
geliefert werden. Aus diesem Grund können Informanten sicher sein, dass
die Weitergabe entsprechender Informationen und Materialien hier in die Hände
von Profis gerät. Adresse: www.foebud.org
Wer bereits Kritik innerhalb seiner 'Institution' geäußert hat und
sich deswegen Schwierigkeiten oder unfairen Attacken ausgesetzt sieht, kann
sich über eine free-call-Nummer anonym oder auch nicht anonym beraten lassen:
0800 - 783 66 73. Unter dieser Telefonnummer sind 16 ehrenamtliche Berater (gestandene
Persönlichkeiten mit viel Erfahrung) jeden Werktag zwischen 17 und 20 Uhr
zu erreichen, die Hilfestellung geben, aber auch konkret beraten können.
Wer noch am Überlegen ist, ob und wie man mit bestimmten Problemen umgehen
soll, die man woanders sieht oder die man selber hat, kann sich ebenfalls bei
dieser Stiftungseinrichtung Rat holen. Die ehrenamtlich tätigen Experten
pflegen in solchen Fällen ersteinmal genau zuzuhören, um dann - gemeinsam
mit dem Anrufer - die konkrete Situation zu analysieren. Dann erst geht es darum,
Handlungsoptionen zu überlegen, einschließlich der Risiken, die gegebenenfalls
mit verschiedenen Handlungsalternativen verbunden sein könnten. In solchen
Fällen ist es sinnvoll, die Berater entweder über die eben genannte
Hotline zu kontaktieren (anonym) oder via email anzusprechen: kontakt@fairness-stiftung.de
.
Die Fairness-Stiftung - via Internet zu erreichen unter www.fairness-stiftung.de
- ist eine gemeinnützige GmbH, die sich finanziell unter anderem aus Spenden
& Sponsoren sowie der ehrenamtlichen Tätigkeit ihrer ideellen Unterstützer
speist. Mehr dazu finden Sie auf der Website, wo auch der Tätigkeitsbericht
sowie der jährliche Etat nach Herkunft der finanziellen Mittel und deren
konkreten Verwendung aufgelistet ist. Der Initiator und Direktor dieser Stiftung,
Dr. Norbert COPRAY (M.A.) war früher 'Schüler' bzw. Assistent von
Prof. Dr. Rupert LAY, dem bekannten Jesuitenpater, Philosophen und Managementberater
in Ethikfragen.
Whistleblower-Netzwerk
Seit September 2006 gibt es einen Verein, der sich als Whistleblower-Netzwerk versteht und im Aufbau begriffen ist: www.whistleblower-netzwerk.de. Folgende Ziele sind unter den Mitgliedern vereinbart:
Der eigene Blog informiert über aktuelle Themen, Veröffentlichungen in den Medien und ermöglicht auch jedem, selbst mitzureden oder auch aktiv zu werden: www.whistleblower-netzwerk.de/blog.
"Abgeordnete" im Bundestag oder Landtag (oder auch im Rathaus etc.) sind gewählte Volksvertreter, die - genaugenommen - nur ihrem Gewissen verantwortlich sind, aber letztlich doch auch die Belange ihrer Wähler vertreten sollen oder wollen. Zu ihrem Job gehört auch, Eingaben und Vorschläge aufzugreifen, Fragen zu beantworten oder Beschwerden nachzugehen. Für letzteres gibt es sogar einen eigenständigen Petitionsausschuss.
Egal wie: Auch politische Abgeordnete können als Ansprechpartner in Frage kommen. Sie sollten sich aber überlegen, wen Sie sinnvollerwiese aus welcher politischen Gruppierung ansprechen sollten. Abgeordnete einer regierenden Partei und/oder Koalition stehen potenziell unter Koalitionsdisziplin - Aktionen, die eher als Kritik verstanden werden könnten, sind meist nicht gern gesehen. Anders ist dies bei den jeweiligen Oppositionsparteien. Die greifen Hinweise auf Missstände usw. schneller und lieber auf - es ist dies der ureigene Job von Oppositionen, egal welcher Couleur.
Wenn Sie auf eine Oppositionspartei zugehen, informieren Sie sich am besten vorher (z.B. beim Parlamentarischen Dienst eines Parlaments), welche der (opponierenden) Parteien als besonders fleißig gelten, und zwar in Bezug auf 1) das Stellen von parlamentarischen Anfragen, 2) dem Einbringen von Gesetzesvorschlägen usw. und/oder 3) bei der Mitarbeit in den gegebenenfalls gerade aktuell laufenden Parlamentarischen Untersuchungsausschüssen. Bei Vertretern solcher Parteien sind Sie am besten aufgehoben, denn dort nimmt man die Dinge, die Sie vorbringen, im Zweifel ernster als bei anderen.